Montag, 02. April 2018 Markus Witt

Coaching für von Ausgrenzung bedrohte Elternteile im familialen Verfahren

Wie kann ich als von Ausgrenzung bedrohtes Elternteil in einem System von Alleinresidenz optimal meine (geringen) Chancen wahren?   Wie muss ich mich verhalten, um mir nie den Vorwurf machen zu müssen, ich hätte zu meinem Misserfolg selbst aktiv beigetragen?   Oder:   Wie kann ich dennoch erfolgreich sein?

Datum: 26.05.2018, 10 - 18 Uhr
Ort: Stadtteilladen Moabit, Krefelder Str. 1a, 10555 Berlin

Anmeldung bitte per Mail an berlin@vafk.de
Kosten: 15 EUR für Mitglieder, 25 EUR für Nicht-Mitglieder
Maximale Teilnehmerzahl: 15

Väter erfahren seit Jahrzehnten, dass sie in der familialen Intervention (in der Familienrechtspraxis) auf breiter Front von Ausgrenzung bedroht sind. Auch immer mehr Mütter sind mittlerweile von diesem Phänomen betroffen.

Väter und Mütter wollen also Kontakt mit ihrem Kind, was vom anderen Elternteil behindert oder verhindert wird. Die Alleinverfügungsberechtigung über das Kind sichert diesem Elternteil Vorteile im Kampf ums Kind, egal ob es in diesem Kampf um möglichst viel Geld oder um verletzte Gefühle geht. Im Sinne des Kindes ist es nicht. 

Darüber hinaus stellen vor allem Väter häufig fest, dass viele öffentlich geförderte und institutionalisierte Beratungsinstitutionen einschließlich des Jugendamtes vor dem Streit der Eltern, häufig auf Kosten des Kindes, kapitulieren und eher die Ausgrenzung eines Elternteils akzeptieren, als dem Kind beide Eltern zu erhalten. Durch die Weigerung, umgangsvereitelnden Eltern Grenzen aufzuzeigen werden diese Ausgrenzungstendenzen weiter verstärkt.

Es verwundert nicht, dass ausgegrenzte Eltern die ihnen entgegengebrachte Gleichgültigkeit und teils Abneigung erspüren und intuitiv und impulsiv re-agieren.

Es geht also darum, in diesem sehr speziellen Setting eines familiengerichtlichen Verfahrens, in dem die existenzielle persönliche Belastung in emotionaler, psychischer, physischer und ökonomischer Hinsicht auf Verfahrensweisen trifft, die logisch und rational nicht erklärbar sind und meist nur vor einem ideologisierten Hintergrund verstanden werden können, überhaupt noch etwas zu erreichen. Wie kann ich mich also unter solchen Voraussetzungen optimal verhalten?

Dieses Seminar richtet sich an alle, die als von Ausgrenzung bedrohtes Elternteil im familiengerichtlichen Verfahren das Problem haben, aus ihrer schwierigen Situation das Optimum für ihr Kind herausholen zu wollen.

Dabei geht es nicht um familienrechtliche Inhalte, sondern ausschließlich um die ideologischen, sozialpädagogischen und psychologischen Funktionszusammenhänge und um die sozialen und kommunikativen Kompetenzen, die in vielen Fällen den Ausschlag geben.

Konzeption:

Das Seminar ist ein Ganz-Tages-Seminar mit einem Umfang von 3 x 2 Stunden im Zeitraum von 10 bis 18 Uhr

Inhalt

In der ersten Einheit wird es um die Fallkonstellationen und die Erfahrungen mit den familialen Professionen gehen.

  • Sind die Abläufe im Trennungsgeschehen bekannt?
  • Sind alle Institutionen und Möglichkeiten bekannt?
  • Welches Verhalten hat zu welchem Ergebnis geführt?
  • Welche Erfahrungen habe ich gemacht?
  • Haben diese Erfahrungen meinen Erwartungshaltungen entsprochen?
  • Was hat nicht entsprochen?
  • Gab es Enttäuschungen?
  • Was ist mir völlig unverständlich?
  • Woran liegen die Diskrepanzen zwischen Erwartungen und Erfahrungen?

Nach der Mittagspause wird es in der zweiten Einheit um geballten Lerninput im Vorlesungsstil gehen.

Wenn ich schlechte Erfahrungen gemacht haben sollte (und aus diesem Grund treffen wir uns wohl), kann ich nicht in der gleichen Weise weiter agieren wie bisher – ich würde ansonsten ja nur weiter enttäuschende Ergebnisse erreichen.

Welche Ressourcen stehen mir zur Verfügung, mein Verhalten so anzupassen, dass ich eigene Überzeugungen nicht aufgeben muss und trotzdem meine Strategien ändern kann?

Nach der Kaffeepause wird der Lerninhalt im dritten Seminarteil angewendet.