Fach-Webinare Januar - März 2021 - Doppelresidenz, Hochstrittigkeit, Eltern-Kind-Entfremdung

So sehr Corona auch unser Leben verändert hat, einige Themen sind geblieben. Wie gehen Eltern nach einer Trennung miteinander und mit ihren Kindern um. Diese Fragen bewegen seit Jahrzehnten Fachprofessionen und Eltern gleichermaßen. Der Väteraufbruch für Kinder e.V. hat sich insbesondere in schwierigen Fällen seit über 30 Jahren umfangreiche Erfahrungen und Know-how erarbeitet.

Uns geht es darum, in den Austausch zu gehen, Informationen und Lösungsansätze zu vermitteln. Da sowohl unser Familienkongress als auch weitere Fachveranstaltungen zurzeit in Präsenz nicht möglich sind, machen wir aus der Not eine Tugend und bietet Ihnen Fachvorträge als Online-Veranstaltung an. Jedes Thema wird identisch an zwei Terminen präsentiert. Dies soll es auch Mitarbeitern in Jugendämtern, Beratungsstellen oder Kanzleien ermöglichen, im Rahmen ihrer Arbeitszeit teilzunehmen.

Als Referent wird unser Bundesvorstandsmitglied und Sprecher von doppelresidenz.org, Markus Witt, durch die Veranstaltung führen. Neben dem reinen Vortragsteil wird es auch die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen und auch in diesem virtuellen Format eine gewisse Interaktivität zu ermöglichen.  ... [mehr]


Offener Brief an den Regierenden Bürgermeister von Berlin

Alleinerziehende unterstützen, Notbetreuung entlasten, familiäre Solidarität einfordern


Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Müller,

auf der Pressekonferenz zu den Corona-Maßnahmen am 15.12.2020 betonten Sie die besonderen Herausforderungen, vor denen Alleinerziehende stehen – insbesondere in Ihrer Stadt Berlin wären 52% der Haushalte alleinerziehend und diese würden besondere Unterstützung benötigen.

Wir alle befinden uns zurzeit in einer Lage, die vor allem Solidarität und Unterstützung auch innerhalb der Familien herausfordert, da der Staat nicht sämtliche Probleme lösen kann. Wir wollen Ihnen daher unsere Unterstützung bei dem von Ihnen thematisierten Problem der Alleinerziehenden anbieten, ohne dass dies zu staatlichen Mehraufwendungen führt.

Denn in den weitaus meisten Fällen sind zwei Eltern vorhanden, die in unterschiedlichen Umfängen in die Betreuung und Versorgung der Kinder eingebunden sind. Diese Eltern sind tatsächlich getrennterziehend. Hier wäre es wichtig, dass die Politik dies aktiv differenziert und ausdrücklich auch die zweiten Elternteile adressiert und in die Verantwortung nimmt.

Bereits in der ersten Phase der Pandemie haben Gerichte festgestellt, dass die Betreuung durch den zweiten Elternteil Vorrang vor einer Notbetreuung hat. Es ist nicht angemessen, ohne Not die Notbetreuung zu belasten und dabei die Kinder einem zusätzlichen Infektionsrisiko auszusetzen, ganz abgesehen davon, dass die Kinder in der Notbetreuung sich oftmals auch noch auf andere Betreuer und Kinder einstellen müssen, als sie sonst in ihren regulären Gruppen hätten.

All diese Probleme ließen sich vermeiden, wenn in den Fällen, in denen ein zweiter Elternteil verfügbar ist, dieser aktiv in die Verantwortung genommen wird und auch dieser zur Erfüllung seiner elterlichen Pflichten herangezogen wird. Nicht nur für den alleinerziehenden Elternteil, sondern auch für die Kinder wäre dies in der schwierigen Pandemiesituation eine erhebliche Erleichterung.

Die Politik könnte hiermit auch positive Effekte in die Nach-Corona-Zeit nehmen. Das Armutsrisiko von Alleinerziehenden und deren Kindern sinkt erheblich (und entlastet die Sozialsysteme), wenn beide Eltern in die Betreuung und Erziehung der Kinder involviert sind. Im Gegenzug steigen die Lebenszufriedenheit und Gesundheit – bei allen Beteiligten.

Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, die Solidargemeinschaft auch von getrennten Eltern, gerade in diesen schwierigen Zeiten, zu stärken. Niemand soll die Last der Kinderbetreuung und –Versorgung alleine tragen müssen, wenn ein zweiter, erziehungsfähiger Elternteil ebenfalls zur Verfügung steht. Entsprechende Aufrufe, PR-Aktionen oder Medien-Kampagnen würden wir nach Kräften im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen.

Wir würden uns freuen, wenn unser ernstgemeintes Angebot zur solidarischen Unterstützung bei Ihnen auf offene Ohren stoßen würde und stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

Der Vorstand des Väteraufbruch für Kinder Berlin-Brandenburg e.V.

 

Dateien:

20201216_offener_Brief_BM_Mueller_Solidaritaet_mit_Alleinerziehenden.pdf 234kB


Wer wir sind

Der Väteraufbruch für Kinder Berlin Brandenburg e.V. ist der für Berlin und Brandenburg zuständige Landesverein des bundesweiten Vereins Väteraufbruch für Kinder e.V.

Unser Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der ehrenamtlichen Beratung betroffener Väter und Mütter. Hierbei legen wir besonderen Wert darauf, dass den Kindern auch nach der Trennung beide Eltern erhalten bleiben und die Eltern den Fokus auf die Bedürfnisse ihrer Kinder richten. Wir versuchen, die Eltern zu einer möglichst konfliktfreien Haltung zu führen - zum Wohle ihrer Kinder. Nicht die Trennung, sondern der Streit der Eltern ist die größte Belastung für die Kinder.

Wir bieten auf ehrenamtlicher Basis zahlreiche Termine in Form von Gruppengesprächen und Beratungsabenden an. Über unseren monatlichen Newsletter informieren wir unsere Mitglieder und Interessenten über aktuelle Entwicklungen im Familienrecht und für getrennte Eltern. Darüber hinaus engagieren wir uns regional und über unseren Bundesverein in der Öffentlichkeit und Politik für unser Hauptziel:

Allen Kindern beide Eltern!


Kontakt

VAFK-Infoline: 030 - 26 03 84 93 (Mo. - Fr. 14 bis 18 Uhr)
oder berlin@vafk.de

Wir üben unsere Tätigkeit ehrenamtlich aus und sind daher nicht immer sofort erreichbar. Hierfür bitten wir um Verständnis.

Sollten Sie uns nicht direkt erreichen, hinterlassen Sie bitte eine Nachricht oder nutzen unser Kontaktformular. Wir werden uns kurzfristig bei Ihnen melden.


Unterstützen Sie unsere Arbeit durch Ihre Spende

Der Väteraufbruch für Kinder e.V. leistet seit 1988 wichtige Aufklärungs- und Beratungsarbeit. Das Problem der häufigen Ausgrenzung nach einer Trennung ist längst öffentlich erkannt. Leider gibt es dennoch für ausgegrenzte Eltern nahezu keine öffentliche Unterstützung oder Beratung. Der Väteraufbruch für Kinder e.V. ist der einzige bundesweite Verein, der diese Aufgabe wahrnimmt.

Die aktiven Mitglieder leisten ihre Arbeit ehrenamtlich.

Bitte helfen Sie mit, damit diese Arbeit weiter fortgeführt
und  ausgebaut werden kann.

Unser Spendenkonto lauet:

Väteraufbruch für Kinder Berlin-Brandenburg e.V.
Berliner Volksbank e.G
IBAN: DE62100900007128882000
BIC: BEVODEBBXXX

Der Väteraufbruch für Kinder Berlin-Brandenburg e.V. ist als gemeinnützig anerkannt und kann für Spenden entsprechende steuerbegünstigende Bescheinigungen ausstellen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!